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Insektensterben: Das Schicksal der Insekten liegt in unseren Händen

Veröffentlicht

von Zora Filali, Friedrich-Ebert-Gymnasium, Bonn

Insekten sind die artenreichsten Tiere auf der Welt, doch sie sind sehr gefährdet. Wenn man vom Insektensterben spricht, dann handelt es sich um den Rückgang der Gesamtmenge sowie auch der Anzahl der unterschiedlichen Arten (Artenvielfalt) in der Insektenwelt.
Es dreht sich hierbei um eine weltweite, aktuelle Problematik, der Einhalt geboten werden sollte, denn in Deutschland und auf dem Rest der Welt sinkt diese Anzahl kontinuierlich.

In den letzten Jahren stellte man in einigen Schutzgebieten Nordwestdeutschlands fest, dass sich die Biomasse von Fluginsekten um mehr als drei Viertelverringert hat. Das Bundesumweltministerium warnt schon seit einigen Jahren vor dem Sterben der Insekten.

Welche Ursachen sind für das Insektensterben verantwortlich?

Ein Grund ist die moderne Landwirtschaft mit Pestiziden, Monokulturen, Intensivierung der Bewirtschaftung von Feldern, Eutrophierung von Gewässern und Böden, Nutzung von Chemikalien und giftigen Schädlingsbekämpfungsmitteln. Weitere Gründe sind zudem der Klimawandel und die Luftverschmutzung durch Emissionen. Durch den Wandel des Klimas können sich die Insekten nicht mehr an das gegebene, sich wandelnde Umfeld schnell genug anpassen und sterben aus. All dies trägt zu der Zerstörung und dem Verschlechtern der Lebensräume der Insekten, wie Wiesen, Wäldern, Äckern und Gewässern, bei. Darüber hinaus verringert sich die Vielfalt an Pflanzen, die essentiell für die Nahrung der Insekten sind, u. a. wegen der Intensivierung der Landnutzung.

Bestäuber auf Topinambur
Bestäuber auf Topinambur © Luciana Zedda

Die Bedeutung der Insekten mag uns oft gar nicht bewusst sein, wenn man bspw. an Mücken denkt, die Krankheiten wie Malaria übertragen können und für uns lästig sind, doch viele Insekten spielen eine sehr wichtige ökologische Rolle in Ökosystemen und haben entscheidende Funktionen, die zur Naturerhaltung beitragen. Mehrere Insektenarten sind für die Bestäubung von Pflanzen zuständig. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) geht davon aus, dass 87,5% der Blütenpflanzen von der Bestäubung der Tiere, darunter insbesondere Insekten, angewiesen sind. Die Bestäubung ist zudem essentiell für die Erhaltung unserer Nutzpflanzen und damit für unsere Nahrungssicherheit sowie auch für den Erhalt der Wälder.

Darüber hinaus tragen Insekten zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Bienen sind aktiv bei der Bestäubung und produzieren Honig. Viele Insekten spielen eine Rolle bei der Zersetzung von Totholz. So wird der Wald gesund gehalten. Insekten dienen als Nahrung für andere Tiere, wie Fische, Vögel und Säugetiere. Einige Insektenarten sind Nützlinge, das bedeutet, dass sie natürliche Feinde von Organismen (andere Insekten, Milben etc.) sind, die schädlich für unsere Nutzpflanzen sind. Mit ihrer Hilfe könnten wir fast auf Pestizide verzichten. Sie verwerten Nährstoffe wieder und wenn dies nicht der Fall wäre gäbe es eine riesige Menge an Fäulnis und Verwesung auf der Erde.

Entomologen aus den USA analysierten, dass Insekten einen Beitrag von ca. 57 Milliarden Dollar zur US-Wirtschaft beitragen (ohne die Pflanzenbestäubung zu betrachten). Wenn der Verlust an Insekten also weiter zunimmt, geht dies einher mit katastrophalen Auswirkungen für die Funktionen der Ökosysteme.  In China werden Pflanzen derzeit sogar schon manuell bestäubt. Das gesamte Ökosystem und die Nahrungskette würden aufgrund der nicht vorhandenen Insekten in sich zusammenfallen.

Die Insektenvielfalt muss dringend unterstützt werden, aber wie?

Fest steht, dass der Einsatz der Pestizide eingeschränkt und verringert werden muss. Außerdem wäre es notwendig mehr Schutzgebiete einzurichten, oder die bestehenden zu vergrößern. Vom NABU wird gefordert, die Agrarpolitik der EU zu reformieren und mehr Schutzmaßnahmen in der Landwirtschaft zu ergreifen. Nisthilfen wie Insektenhotels aufzustellen oder Blütenpflanzen häufiger zu pflanzen, wäre auch hilfreich im Stadtgebiet.

Ohne baldige Maßnahmen, die das Insektensterben verhindern, sähe unsere Zukunft nicht ganz so rosig aus. Es ist notwendig, dass wir uns mit dieser Problematik auseinandersetzen, denn das Schicksal der Insekten geht auch mit unserem einher.  Es gibt viele Stiftungen und Vereine, die Projekte oder Spendenaktionen für den Insektenschutz durchführen. Fest steht: ohne Insekten überleben auch wir nicht.

 

Quellen
BMU – Bundesumweltministerium: Insekten schützen und ihre Vielfalt bewahren.
NABU: Insektensterben in Deutschland.
National Geographic: Ohne Insekten könnte die Menschheit aussterben.

 

To be cited as:
Filali, Z. (2019): Insektensterben: Das Schicksal der Insekten liegt in unseren Händen. Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=2156