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„Auf der Mauer auf der Lauer…“: sind Steine, Ziegel, Pflaster wirklich unbewohnt/ unlebendig?

Auf Bauwerken (z.B. Hauswänden, Trockenmauern, Wegen usw.) wachsen verschiedene Lebewesen, die meist leicht übersehen werden: Cyanobakterien, Grünalgen, Flechten, Moose und andere kleine Pflanzen. Sie besiedeln diese Oberflächen meist schnell in einer charakteristischen Abfolge und sind dabei wahre Überlebenskünstler.

ZiegelmauerLaga_Mauer_02Denn bei diesen Lebensräumen handelt es sich um extreme Standorte, die bei Sonneneinwirkung schnell austrocknen, großen Temperaturschwankungen sowie Wind und Regen direkt ausgesetzt sind.
Die dort wachsenden Lebewesen haben die erstaunlichsten Strategien entwickelt, um an diesen Orten bestehen zu können. Sie sind entweder Kletterakrobaten, Wasser-speicher- oder Austrocknungsspezialisten oder wenden bestimmte Tricks bei ihrer Samenverbreitung an. Sobald eine gewisse Vielfalt an Algen, Pilzen und Pflanzen da ist, sind auch immer mehr Tiere anzutreffen, die hier ihr Futter finden. Je mehr Ritzen und Löcher unterschiedlicher Größe in den Baumaterialien sind, umso besser bieten sie

Mauerraute2Efeu2Tieren, z.B. kleinen Insekten, Eidechsen bis hin zu Vögeln und Säugetieren Nist- möglichkeit oder Unterschlupf, sei es als Versteck, Rückzugsort in der Mittagssonne oder zur Überwinterung.

Unsere Zivilisation wird sowohl in den Innenstädten als auch auf dem Land von Bauwerken bestimmt. Es lohnt sich auch bei diesen wenig beachteten Lebensräumen genauer hinzuschauen und sich von ihrer Vielfalt überraschen zu lassen. Kinder und Jugendliche können schnell mit ganz einfachen Untersuchungsmethoden erkennen, ob es sich um einen alten Standort handelt und ob dieser viele Nischen für die Lebewesen bereithält.

 

To be cited as:
Nöske, N. & Zedda, L. (2014): „Auf der Mauer auf der Lauer…“: sind Steine, Ziegel, Pflaster wirklich unbewohnt/unlebendig? Available from: BIO-Diverse_Blog, http://blog.bio-diverse.de/?p=796